Wohnung finanzieren

Der Traum von der eigenen Wohnung ist für viele gedanklich greifbar. Häufig haperte es aber an den finanziellen Mitteln. Dabei ist derzeit wohl die beste Zeit, um günstig finanzieren zu können. Seit einigen Jahren befinden wir uns in einer Niedrigzinsphase. Dabei sind die Zinsen historisch niedrig. Sparen lohnt kaum. Finanzieren, Eigentum schaffen, macht jedoch Sinn. Allerdings sollte vor dem Kauf einer Wohnung immer sehr genau kalkuliert werden. Sie ist unter dem Strich meistens teurer als eine Mietwohnung. Neben den laufenden Kreditraten kommen weitere Kosten hinzu. Am Ende wird der monatliche Abtrag in vielen Fällen höher liegen als bei einer Mietwohnung. Dafür jedoch schaffen Sie einen Wert für später. Als Alterssitz oder –Anlage ist die eigene Wohnung immer noch eine gute Entscheidung. Als reine Kapitalanlage jedoch meistens weniger. Bevor es darum geht, eine Wohnung zu finanzieren, sollte geklärt werden, ob ausreichende Eigenmittel vorhanden sind.

Wohnung finanzieren – Ohne Eigenkapital sollte es nicht sein

Experten empfehlen ein Eigenkapital von mindestens 30 Prozent und mehr. Interessant sind hierzu die Statistiken. Je höher das monatliche Einkommen ausfällt, desto höher ist auch die Eigenkapitalquote beim Wohnungskauf. Wer bis zu 2491 Euro netto im Monat verdient, setzt im Schnitt 26 Prozent an Eigenkapital ein. In der Gehaltsklasse ab 4317 Euro (netto) monatlich, sind es im Schnitt 30 Prozent. Neben dem Eigenkapital können aber auch Eigenleistungen eingebracht werden. Das wäre zum Beispiel dann der Fall, wenn sich die Wohnungen noch im Rohbau befinden. Häufig besteht dann die Möglichkeit, den Ausbau teilweise in Eigenregie vornehmen zu können, um Kosten zu sparen. Allerdings besteht hierbei schnell die Gefahr, dass sich die Käufer beim eigentlichen Aufwand unterschätzen.

Wohnungsfinanzierung so günstig wie nie

Die Lage ist so gut wie nie. Die Zinsen sind auf dem tiefsten Stand seit vielen Jahren. Je nach Bonität kann eine Wohnungsfinanzierung unter 2,5 Prozent  erfolgen. In vielen Fällen ist eine hohe Tilgungsrate sinnvoll. Dadurch kann die Wohnungsfinanzierung schneller abgetragen werden. Pro Jahr sollte die Tilgungsrate bei 2 Prozent oder höher liegen. Je höher die Tilgungsrate liegt, desto geringer ist am Ende die Laufzeit bei der Restschuld. Sind hohe Tilgungsraten aber derzeit nicht machbar, sollte Alternativ ein Sondertilgungsrecht vereinbart werden.

Sanierung und Renovierung

Egal in welchem Zustand die Wohnung auch ist, Renovierung- und Sanierungsarbeiten fallen immer zu einem gewissen Prozentteil an. Diese werden aber häufig unterschätzt und viel zu gering kalkuliert. Vor der Finanzierung sollte daher ein Fachmann zu Rate gezogen werden, damit diese Kosten realistisch eingeschätzt und kalkuliert werden können.

So finanziert sich die Wohnung von selbst

Nicht immer muss eine Wohnung eigengenutzt werden. Wer den Wohnungskauf vor allem für die Altersanlage tätigt, kann diese am Anfang fremdvermieten. Dadurch rechnet sich bereits die Finanzierung. Die direkte Weitervermietung entlastet die monatliche Ratenhöhe. Um weitere Risiken auszuschließen, kann eine Absicherung gegen Mietausfall erfolgen. Dadurch wird über die Finanzierungslaufzeit der Mieteingang (falls Mieter nicht zahlen) gesichert. Werden Wohnungen fremdvermietet, lässt sich der Vermögensaufbau mit minimalen Mitteln finanzieren. Gerade in der jetzigen Zeit steigt der Bedarf an neuen Mietwohnungen kräftig an. Die Nachfrage ist so hoch wie nie zuvor. Um das Jahr 2000 lebten in Deutschland 30 Prozent zur Miete (ca. 40,5 Mill. Haushalte). Im Jahr 2014 stieg dieser Wert auf bereits 40 Prozent an. Besonders gefragt sind Ein-Zimmer Wohnungen (allerdings nur in Universitäts-Städten) und vor allem große Wohnungen zwischen 60 – 70 m². Diese beiden Wohnungstypen lassen sich am besten vermieten. Die Wohnung zur Fremdvermietung sollte dabei unbedingt in einer wirtschaftlich starken Region liegen. Kleinere Städte sollten in den meisten Fällen jedoch für diese Form der Anlage gemieden werden.

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